„Sein“ statt „machen“
Vom kontrollierten Machen zum bewussten Sein.
Nachgespürt – Gedanken zum Yogaunterricht von Susanne Fuchs

Wenn wir eine neue Bewegungsfolge im Yoga lernen, dann „machen“ wir die Asana, wir heben hier einen Arm, hier ein Bein, denken uns in den ungewohnten Bewegungsablauf bewusst und konzentriert hinein. Und dann versuchen wir die Bewegungen auch mit dem Atem zu koordinieren. Dabei kommt es dann zum nächsten Eingriff in einen natürlichen Fluss, wir „machen“ plötzlich den Atem, atmen der Ansage entsprechend ein und aus und verlieren unseren natürlichen Atemfluss.
Das alles ist normal, wenn wir uns einem neuen Yoga-Asana, einem neuen Bewegungs-Flow oder auch einer Pranayama-Übung, wie zum Beispiel dem Wechsel-Atem, annähern. Es braucht eine Weile, bis wir verstanden haben, das Gehirn den Ablauf gespeichert und als bekannt abrufen kann.
Hier beginnt dann Yoga – das „Anjochen“ wie die wörtliche Übersetzung lautet. Wir verbinden die Bewegungen mit unserem natürlichen Atem, lassen uns von ihm lenken. Der Atem als Treibstoff für deine Bewegung ist der Vermittler zwischen Körper und Geist – so wird dein Üben ganzheitlich.
Und plötzlich machst du die Erfahrung, dass du statt „machen“ ein „sein“ erfährst. Du bist die Katze, du fühlst dich wie eine aufbäumende Kobra, du gibst dich der Erfahrung in der Haltung oder dem Bewegungs-Flow hin.
Und plötzlich machst du die Erfahrung, dass du statt „machen“ ein „sein“ erfährst. Du bist die Katze, du fühlst dich wie eine aufbäumende Kobra, du gibst dich der Erfahrung in der Haltung oder dem Bewegungs-Flow hin. Und statt sich auf die korrekte Ausführung zu konzentrieren, kannst du mit all deinen Gefühlen des gegenwärtigen Momentes staunend sein und dich neu erfahren. Und du meditierst nicht auf den Berg, du bist dieser Berg und verbindest dich mit all seinen Qualitäten von Stabilität, Festigkeit, Wandlungsfähigkeit.
Und irgendwann sitzt du in der Sonne mit einer dampfenden Tasse Tee in deinen Händen und kannst einfach nur sein – in diesem Moment – an diesem Ort, scheinbar ohne Gedanken, ohne etwas zu wollen und erfährst reinen Frieden.
